Holland hat uns grundsätzlich gut gefallen, landschaftlich war es ein bisschen eintönig die Städte und Dörfer waren aber schön. In der Gegend um Rotterdam & Amsterdam hat es viel Verkehr und die Autobahnen sind riesig. Auch das Wetter war für uns viel zu heiss.


Nachdem Verkehrs-Stress sind wir froh als wir unseren ersten Campingplatz Vlietland in Leidschendam erreichen. Es gefällt uns so gut, dass wir gleich vier Nächte bleiben. Am Freitag 20. Juli machen wir einen Ausflug nach Scheveningen (Den Haag) an der Nordsee. Da gefällt es uns allerdings nicht so. Wir sehen viele, betonierte Bausünden und es wirkt alles extrem Ballermann touristisch. Nicht so unser Ding.



Wir fahren schon bald weiter nach Gouda. Wo es zwar auch viele Touristen hat, aber das Städtchen hat deutlich mehr Charme. Wie in Holland üblich sind die grossen, strassenseitigen Fenster schön dekoriert und man kann in die Häuser gucken da nur wenige Vorhänge haben. Uns gefallen die meist kleinen Backsteinhäuser sehr – so was wäre unser Traum-Tinyhouse. Wir studieren natürlich fleissig die Immobilienangebote der lokalen Makler…
Obwohl wir ja fast nur vegan essen machen wir bei Käse Ausnahmen und probieren den Gouda Käse. Dieser schmeckt uns wider erwarten sehr und wir kaufen also reichlich ein – zum Glück ist unser Kühlschrank ja so gross!



Roger fährt am Samstagmorgen mit dem Brompton nach Leiden und schwärmt von der tollen Veloinfrastruktur in Holland während Martina beim Paulchen bleibt und putzt & sich ausruht. Am Nachmittag fahren wir mit den Velos zum einkaufen in den lokalen Albert Heijn (Supermarktkette in Holland) und erkunden die Umgebung.



Am Sonntagmorgen fahren wir schon vor 7 Uhr los um mit Finja zuerst einen Strandspaziergang (Hunde dürfen während der Saison nur von 19 Uhr bis 9 Uhr an den Strand in Katwijk. Wir staunen wie viele Leute,mit und ohne Hund, schon so früh unterwegs sind. Finja tollt mit den anderen Hunden herum und schleckt alle Quallen ab bis sie eine erwischt, die sie wohl so richtig brennt. Das Meer mag sie nicht so gerne, vor allem die Wellen sind ihr suspekt! Nachher essen wir Frühstück im Womo und fahren weiter nach Leiden.



Am Montag, 23. Juli verlassen wir Vlietland in Richtung Volendam am Ijsselmeer das kein Meer sondern ein See ist. Ursprünglich war es Teil der Nordsee, wurde aber in den 1930er Jahren vom Meer, durch den rund 30 km langen Afsluitdijk, abgetrennt. Volendam und das benachbarte Edam sind wieder so typisch holländische Dörfer mit wunderschöner Altstadt und gefallen uns. Wir flanieren am Abend durch Volendam und besuchen am folgenden Tag Edam.
Danach wollen wir der Ijsselmeerküste entlang zum Afsluitdijk und auf die andere Seite des Sees fahren. Btw. das holländische Wort „Meer“ heisst See und „Zee“ Meer. Das Ijsselmeer ist also ein See und die Wadenzee das Wattenmeer!
Auf dem Weg besuchen wir noch den Nationalpark Zuid Kennemerland. Leider darf man den Park mit Hund nur an wenigen Punkten besuchen. Wir gehen kurz ans Meer und machen nach dem Mittagessen einen Spaziergang in einem Waldstück mit vielen Villen.

Der Afsluitdijk ist ein eindrückliches Bauwerk! Was der Mensch (bzw. der Holländer) so alles erschafft um sein Land trocken zu legen und bewohnbar zu machen! Mit dem Auto rasen wir mit Tempo 100 easy über das geteilte Meer. Im Foto unten links die Wattenzee und rechts das Ijsselmeer.



Auf den ersten Blick, die letzte Nacht haben wir schlecht geschlafen weil es tropisch heiss war, gefällt uns die Ostküste des Ijsselmeers nicht so. Am Mittwochmorgen, nachdem wir auf dem Campingplatz in Molkwerum augeschlafen aufstehen, aber schon viel besser. Der Campingplatz war nicht so toll. Am Abend war aber eine schöne Stimmung als viele Leute zum Sonnenuntergang schauen auf dem Deich sassen. Baden ist aber trotz den hohen Temperaturen nicht so unseres, das Wasser sieht ziemlich dreckig aus.




Trotzdem fahren wir am nächsten Tag weiter – uns zieht es halt nach Skandinavien. Wir wollen entlang der Wattenmeerküste fahren aber so richtig nahe kommt man dem Meer nie. Es ist immer abgetrennt durch grosse Felder und nur an einigen Stellen hat es Strassen bis an den Deich und um lange Strecken zu gehen ist es uns schlicht zu heiss. Wir sitzen lieber im klimatisierten Paulchen. Zu Mittag essen wir am Hafen von Holwerd von dem die Fähren in Richtung der Insel Ameland ablegen. Wir übernachten in Dokkum in Mitten der Stadt. Am Nachmittag planen wir wieder einmal die Weiterfahrt und besuchen am Abend, als es endlich kühler wird, die Stadt.

Obwohl Hochsaison ist, werden hier die Trottoirs schon um 17.30 Uhr hochgeklappt und nur noch ein paar Restaurants sind offen. Das ist uns so schon in allen Städten hier aufgefallen, ausser in den Grossstädten ist am Abend nicht viel los. Immerhin hat der Ijs-Laden noch offen und wir gönnen uns eine süsse Abkühlung.




Natürlich kochen wir auch immer grosse & feine Menüs in unserer riesigen und super ausgestatteten Board-Küche!


Das hier ist unser Camping Backofen, er sieht wie eine Gugelhopfform mit Deckel aus und man kann ihn auf den Gasherd stellen. Der Nudelauflauf war unser erster Versuch, hat leider noch nicht optimal funktioniert. 
Am Donnerstag 26. Juli spazieren wir am Morgen nochmals mit Finja durch Dokkum und fahren dann weiter zum Nationalpark Lauwersmeer in der nähe der Nordseeküste. Irgendwann finden wir einen Parkplatz im Schatten und gehen spazieren (zum wandern ist es eh zu heiss)! Wir gehen zuerst zum See und lassen Finja baden. Nachher erst sehen wir das Warnschild das vor Blaualgen warnt. Martina ist besorgt und wir gehen zurück zum Womo um Finja mit frischem Wasser abzuduschen und im Internet zu recherchieren. Scheint doch nicht so dramatisch zu sein mit den Blaualgen hier, wir führen also unsere Spaziergang fort bis es zu heiss wird. Da wir noch eine Matte und eine grosse Tasche (für Finja zum baden) bei Ikea kaufen wollen fahren wir nach Groningen, liegt ja eh am Weg. Während Martina also am shoppen ist, reserviert Roger einen Campingplatz in Krummhörn Ostfriesland (Deutschland) – fragt allerdings nicht nach dem Preis! Der Platz kostet dann fast 50 EUR pro Nacht… der teuerste Platz unserer Campingkarriere.
Nachher verlassen wir Holland in Richtung Deutschland.



So schön, man möchte auch gleich mitkommen! Weiterhin viel Spass und gute Fahrt