Es ist immer noch sehr, sehr heiss. Seit wir unterwegs sind, liegen die Temperaturen fast immer um, oder sehr häufig auch über 30 Grad, immerhin weht häufig eine leichte Brise. Heute, am Donnerstag 26. Juli, haben wir Holland in Richtung Deutschland verlassen und sind im Camping am Deich in Krummhörn an der ostfriesischen Küste. Obwohl der Campingplatz fast 50 EUR pro Nacht kostet beschliessen wir für zwei Nächte, also bis Samstag 28. Juli, zu bleiben. Am Platz angekommen fahren wir zuerst die Markise aus, den das Womo Thermometer zeigt jetzt eine Aussentemperatur von 36 Grad an und wir haben fast keinen Schatten.

Wir sind ja eigentlich in den Norden gefahren weil es hier üblicherweise nicht so heiss ist! Wir überlegen gerade ob wir nicht doch Richtung Süden abdrehen sollen – Italien, Griechenland… Nein natürlich nicht, wir sind ja Nordlichter. Am kommenden Wochenende wollen wir Richtung Dänemark fahren und von da nach Schweden. Mal sehen wie sich das Wetter und die zahlreichen Waldbrände weiter entwickeln. Sonst drehen wir dann eventuell in Richtung Norwegen ab. Wirklich extrem dieser Sommer!

Kurz vor neun Uhr gehen wir Gassi mit Finja und schauen zu wie die Sonne im Meer versinkt und staunen wie schnell das Wasser zurück kommt (es war Ebbe). Hier gefällt uns das Wattenmeer besser als noch in Holland. Es riecht modrig und gluckst und blubbert die ganze Zeit im Schlamm. Da es kaum abkühlt sitzen wir bis 23 Uhr draussen.

Im Womo sind es immer noch 25 Grad, wir lassen über Nacht alle Fenster offen um halbwegs schlafen zu können. Am Freitag ist Ruhetag, wir wollten eigentlich die Stadt Leer anschauen aber es ist zu heiss. Am Morgen machen wir den obligatorischen Spaziergang mit Finja und Roger macht danach noch eine kurze Velotour zum Campener Leuchtturm, der höchste Leuchtturm von Deutschland. Nachher liegen wir nur noch herum schreiben Tagebuch, lesen und bereiten Paulchen für die Weiterfahrt vor aber vor allem schwitzen & trinken wir – alle Flaschen im Bild unten haben wir heute geleert!

Da das Internet weder mit dem Camping WLAN noch über das Handy so richtig funktioniert, können wir den Blog nicht aktualisieren und die weitere Reiseplanung ist auch schwierig.
Am Abend gehen wir wieder zum Sonnenuntergang schauen über den Deich ans Meer und staunen, dass es heute viel mehr Leute als noch gestern hat. Viele Kameras und Leute schauen auch gar nicht in Richtung Sonnenuntergang. Irgendwann begreifen auch wir, dass heute eine totale Mondfinsternis ist. Denn wir schauen keine Nachrichten und haben nur holländische Radiosender gehört und so gehen die News an uns vorbei – wir vermissen sie überhaupt nicht! Unser TV Programm findet draussen statt. Leider hat es Wolken und wir sehen den Mond erst nach 10 Uhr, als er bereits wieder aus dem Erdschatten austritt. Roger kann das Spektakel jedoch bequem aus seinem Schlafzimmerfenster vom Bett mitverfolgen.
Links geht es Richtung Wattenmeer, rechts der Deich und vorne das Brompton von Roger.
Hochwassermarken, links klein im Hintergrund die Spitze des Campener Leuchtturms.

Mondfinsternis gucken auf dem Deich.
Am Samstag 28. Juli stehen wir früh auf, frühstücken und checken kurz nach 8 Uhr aus. Zuerst fahren wir zum Pisumer Leuchtturm der im Otto-Film zu sehen war. Wir lachen als wir ihn zum ersten Mal aus der Nähe sehen – er ist ziemlich klein!

Dann fahren wir weiter nach Greetsiel, das uns gut gefällt. Wir kaufen eine Teestange aus Blätterteig-Marzipan (die war super fein) und machen Grosseinkauf bei Edeka.

Das nächste Ziel ist Otterndorf an der Elbe. Auf dem Weg beginnt es endlich heftig zu regnen und gewittern. Zweimal unterbrechen wir die Fahrt weil es so stark regnet.

Kurz vor dem Campingplatz sehen wir ein riesiges Kreuzfahrtschiff direkt vor uns auf der Elbe und freuen uns auf das Schiffe gucken. Auf der Elbe fahren die Schiffe die nach Hamburg oder durch den Nord-Ostseekanal fahren, er ist einer der am meisten befahrenen Kanäle der Welt.
Die Ernüchterung dann: Der Campingplatz ist nicht der Hammer und voller Dauercamper. Der Weg zu unserem Platz ist schmal und prompt touchieren wir den Strompfosten beim Rückwärts einparken. Wir ärgern uns und sind traurig, dass Paulchen links nun eine leichte Delle und eine deformierte Kunststoffabdeckung hat. Dieser Platz gefällt uns definitiv nicht!

Links der Übeltäter!
Als es nach dem Abendessen endlich nicht mehr regnet gehen wir zur Elbe zum Schiffe gucken. Auf dem Weg dahin beobachten wir im Badesee auf dem Campingplatz einen Fischotter. Es ist gerade nicht viel los aber wir sehen einige kleinere Frachtschiffe und staunen wie breit die Elbe hier ist.

Am Sonntag wollen wir schnell weg und fahren früh los. Wir fahren nordwärts nach Cuxhaven in den Hafen „Alte Liebe“ und gehen nochmals Pötte gucken.

Nach dem Mittagessen, die üblichen belegten Brötchen im Womo, sehen wir uns die eindrückliche & sehenswerte Auswanderer Ausstellung in den Hapag Hallen an. Von hier starteten früher die Schiffe der Hapag-Lloyd nach Übersee.

Danach fahren wir weiter Überland nach Wischhafen und setzen mit der Fähre in etwa 20 Minuten über nach Glückstadt. Die Überfahrt ist toll, man sieht die riesigen Schiffe nochmals aus einer völlig anderen Perspektive. Glückstadt ist nett aber nichts besonderes. Wir übernachten im Hafen neben einem riesigen Morelo Wohnmobil.
Leichtmatrose Martin-Ahoi! Btw. das Chäppli und das Halstuch sind selbst gehäkelt!

Am Montag 30. Juli fahren wir, nun auf der anderen Uferseite, der Elbe entlang und gehen nochmals kurz Schiffe gucken. In Friedrichskoog besuchen wir die Seehundstation.

Nach dem Mittagessen, auf einem Parkplatz am Nordseedeich, besichtigen wir Büsum, ein richtiges Touridorf mit entsprechend vielen Touristen, mit unseren Bromptons (Martina ist jetzt auch Fan und begeistert von den Klappvelos, sie findet sie sogar besser als ein E-Bike!!!) Finja bleibt im kühlen Womo zurück. Wir fahren noch eine Stunde weiter nach Tönning auf einen Stellplatz mit Dusche, denn wir haben gestern morgen zum letzten Mal geduscht und freuen uns schon den ganzen Tag auf eine schöne lange Dusche! Es ist nämlich immer noch sauheiss, damit wir das auch mal wieder erwähnt haben!
Es ist Dienstagmorgen, langsam vergessen wir welcher Wochentag eigentlich ist. Nach einem kurzen Finja Spaziergang fahren wir schon bald weiter nach Sankt Peter Ording. Dieser Ort besteht aus mehreren Ortsteilen und wir wissen bei den vielen Parkplätzen nicht so genau wo wir parkieren sollen. Also nehmen wir den erstbesten, steigen aus und marschieren los in Richtung Dünen & Strand. Wir sind aber weiter vom Strand weg als erwartet und es ist schon wieder heiss & feucht. Deshalb kehren wir um und suchen einen besseren Parkplatz. Leider sind die besten Parkplätze mittlerweile alle schon voll – wir sollen doch direkt auf dem Strand parken. In Sankt Peter Ording darf man das, da der Strand riesig ist, nämlich rund 12 km lang und bis zu 2 km breit! Zuerst zögern wir etwas, was wen wir mit Paulchen im Sand stecken bleiben? Wir fahren aber trotzdem drauf und bezahlen die 12 Euro Parkgebühr. Es ist super toll, wir sünnelen, essen zu Mittag und Roger wandert lange am Strand herum.

Am Strand ist es viel angenehmer als vorher direkt im Ort. Wir beschliessen deshalb Flensburg ein anderes mal zu besuchen und direkt nach Dänemark zu fahren. Martina, die Stellplatzorganisatorin, recherchiert einen schönen Stellplatz auf der Halbinsel Nordstrand und wir fahren los. Schon auf dem Weg merken wir, dass der grosse Touristenstrom hier nicht durchkommt.
Überall stehen Windräder in der Landschaft.

Es hat nur wenig Verkehr und der Platz ist recht abgelegen und ruhig. Wir werden herzlich begrüsst und fühlen uns sehr wohl und entschleunigt. Der nette Stellplatzbetreiber erzählt, dass meist die Kastenwagenfahrer für Schaden beim Einparken sorgen und ihn jedes Jahr eine Ü80 Dame mit ihrem 12 Meter plus Anhänger besucht und ohne Probleme einparkt. Hüstel! Hoffentlich hat er unseren Schaden an Paulchen nicht gesehen! Der Platz ist bis jetzt der schönste und ansprechendste Stellplatz auf unserer Tour.
Für den Finjaspaziergang am Abend gibt es genau zwei Strassen die wir gehen können. Man hört nachts nur die Deichschafe blöcken – wir schlafen wunderbar.
Heute ist Mittwoch der 1. August und wir verlassen den schönen Stellplatz und schauen die Küste um Nordstrand noch mit den Bromptons an, Finja hat keine Lust mitzukommen und bleibt im Womo zurück. Wir fahren zwischen den Schafen hindurch dem Deich entlang und Roger watet endlich im Watt umher (wenn auch nur kurz).



Man könnte hier noch viel machen aber uns zieht es weiter nach Dänemark und so fahren wir nach dem Mittagessen, welches wir an einer anderen Stelle an der Nordsee einnehmen, los nach Ribe in Dänemark.
In Nordfriesland hat es uns super gut gefallen, die Landschaft ist hier wieder abwechslungsreicher als in Holland. Ostfriesland war auch nicht so unseres. Aber in Deutschland sind die Leute immer freundlich und für einen kurzen Schwatz zu haben.
Übrigens manchmal müssen auch wir etwas „Arbeiten“ obwohl wir Ferien haben.
Roger beim Womo-Service…

…und Martina als Leichtmatrose in der Kombüse, äh Küche!

Wir freuen uns schon auf Deutschland Teil 2 auf unserer Rückreise aber jetzt kommt zuerst Dänemark!



Hallo zusammen es freut uns immer wieder euren Blog zulesen, Mit den vielen Bildern vom Meer Kühlen wir uns zu Hause in der Stube etwas ab…. Bei uns ist es immer noch über 30* und so soll es bleiben bis nächsten Donnerstag, wenn das stimmt!
Weiter so, wir freuen uns auf den nächsten Bericht. Lg von allen die zu Hause schwitzen 😎