Am 1. August 2018 erreichen wir am frühen Abend das dänische Ribe. Hier hat es nur noch rund 25 Grad und es windet – wir frieren und holen unsere warmen Jacken hervor. Müde von der Autofahrt machen wir nur noch einen kurzen Spaziergang auf dem Platz um die Angelteiche (man kann hier auch angeln) und gehen früh schlafen.
Am nächsten Tag gehen wir nach dem Frühstück mit Finja (es ist nicht mehr so heiss) ins rund 2 km entfernte Ribe. Ribe ist Dänemarks älteste Stadt, wir bummeln den ganzen Morgen umher und kaufen feine Desserts. Da es im veganen Café nur Burger zu essen gibt (und die recht teuer sind – Achtung Budget!) gehen wir zum Mittagessen lieber zurück ins Womo.

Nachdem Womo Service fahren wir weiter nach Vejers und haben etwas Mühe einen Platz für die Nacht zu finden. Wir wissen noch nicht so genau ob und wo freistehen erlaubt ist. Schliesslich landen wir auf einem Campingplatz in den Dünen.
Die Fahrt hierher führte uns über lange, schnurgerade Strassen und die Landschaft war im Gegensatz zu Deutschland recht eintönig. Dänemark hat uns bis jetzt noch nicht begeistert.

Beim Spaziergang am Abend merken wir, dass man auf den Strand auch mit dem Auto fahren darf genau wie in Sankt Peter Ording. Wir sehen uns den Sonnenuntergang an und gehen dann schlafen.
Am Morgen lassen wir Finja am Meer frei herumtollen, was sie sehr geniesst. Das arme Tier muss ja sonst immer an der Leine sein. Nachher fahren wir zum Blåvandshuk Fyr dem Leuchtturm am westlichsten Zipfel von Dänemark, natürlich klettert Roger die 170 Stufen hoch um die Aussicht zu geniessen (in den Bergbahnen hat er aber immer Höhenangst). Die Gegend erinnert uns an den Nationalpark Storre Mosse in Schweden und es hat unzählige Ferienhäuser in den Dünen – uns gefällt es hier.

Mittagessen wollen wir heute auf dem Strand von Vejers im Womo und darum fahren wir nach einem kurzen Stop bei Spar retour auf den Strand. Dieser Strand ist schmaler als jener von Sankt Peter Ording in Deutschland aber es gefällt uns super gut und das Meer ist nur ein paar Meter entfernt. Wir lesen, knipsen und Martina will baden gehen. Es ist ihr dann aber zu kalt – es hat zu viele Algen und Glibber und Getier und zu viel Natur. So geht sie dann halt doch nur bis zu den Knien baden!

Um 16 Uhr fahren wir weiter, auf dem Weg besuchen wir spontan den Blaabjerg, eine 64 m hohe Düne in Mitten eines schönen Waldgebiets. Zuerst überlegen wir hier zu übernachten, haben dann aber doch nicht den Mut weil wir immer noch unsicher sind ob es grundsätzlich erlaubt ist. In Kolle bei Norre Nebel finden wir dann einen offiziellen, etwas abgelegenen Stellplatz für 100 DK.

Am Samstag 4. August fahren wir einfach ins Blaue los und hüpfen mal hier und mal da an den Strand und zum Leuchtturm Norre Lyngvig Fyr auf Holmsland Klit.
Es windet und Finjas Ohren flattern im Wind.

Am Nachmittag sehen wir eine schöne Kirche in der Ferne, fahren hin und sind an der bis zu 40 m hohen Steilküste vor Ferring die Martina unbedingt sehen wollte. Wir gehen zu Fuss zum Leuchturm Bovbjerg Fyr der Küste entlang. Dänemark gefällt uns immer besser, die Nordseeküste ist sehr abwechlungsreich mal Dünen mal Wald und immer wieder herzige Ferienhäuschen.

Während der Nacht hat es stark gewindet, wir hatten zuerst wie üblich vier Fenster mehr oder weniger weit offen und am Ende nur noch eines weil die Rollos sonst lautstark im Wind flatterten. Schon während dem Tag haben wir viele Surfer gesehen – wir wissen jetzt warum! Wir schlafen beide nicht so toll.
Heute wollen wir den Nationalpark Thy besuchen, gemäss Prospekt ist das Dänemarks grösste Wildnis. Wir sind gespannt und fahren zuerst nach Stenbjerg Landingplads wo es schöne, alte Bootshäuser hat. Das Fischerdorf wurde nicht direkt am Meer gebaut weil es da viel zu heftig windet! Es befindet sich weiter landeinwärts, hinter den Dünen.
Wir wollen eine kurze Tour machen welche im Prospekt beschrieben steht finden aber den ersten Orientierungspunkt „D102“ nicht und Roger irrt dann noch über zwei Stunden in der Dünenlandschaft herum findet aber den richtigen Weg trotzdem nicht und flucht im leichten Regen vor sich hin.

Martina findet beim warten auf Roger noch einen Hühnergott am Strand.

Uns fällt auf, dass es in Dänemark meistens keine ausgeschilderten Wanderwege gibt. In Schweden sind die Wege in den Nationalparks immer perfekt markiert. Der Ausflug war trotzdem schön!
Vor dem Mittagessen wollen wir jetzt noch in einen „Hundewald“ bzw. „Hundeskov“ in der Nähe besuchen. Das sind eingezäunte Waldstücke in denen die Hunde frei herum tollen dürfen, ausserhalb müssten sie eigentlich immer angeleint sein. Leider ist das nicht so eine tolle Erfahrung da überall verschimmelte Hundesch… herum liegt.
Darum essen wir lieber zu Mittag an einem nahegelegenen See und lassen Finja bei Gelegenheit jeweils frei herumlaufen.

Auf dem Isbjerg geniessen wir danach die Aussicht und dann möchte Martina in Hanstholm in das gemäss Reiseführer „Moderne & grosse Shoppingcenter“, wir sind schon drei Wochen unterwegs und waren ja noch nie richtig shoppen.

Leider entpuppt sich das Shoppingcenter als grosse Enttäuschung alt, leer und gammelig würde es eher treffen.

Auch der Campingplatz gefällt uns nicht, vielleicht sind wir etwas pingelig & heikel?! Und wir beschliessen heute mal frei zu stehen auf einem Parkplatz im Nationalpark Thy. Der Platz liegt wunderschön in Mitten des Nationalparks im Wald, ein älteres, deutsches Ehepaar ist auch schon mit dem Womo da. Da wollen wir unbedingt übernachten. Wir überlegen noch ob man das wirklich darf als schon die nächsten Womos eintreffen, am Ende sind wir zu elft! Die meisten sind Surf-Hippster die in der Umgebung tagsüber surfen. Wir fühlen uns wohl und schlafen bis wir kurz nach 6 Uhr wegen einem Epi-Anfall von Finja geweckt werden.

Wir gehen in Thisted nun endlich shoppen, hier hat es auch ein schönes Shoppingcenter und weitere Läden – viel besser als in Hansthom. Heute regnet es bei 22°C immer mal wieder.
Kirche von Thisted.

Wir fahren zum Bulberg, einem Aussichtspunkt mit Vogelfelsen und einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Die Besichtigung fällt etwas kurz aus weil es stark regnet.


Wir besuchen noch Lokke, gemäss unserem Reiseführer das „St. Moritz des Nordens“ und sind einmal mehr enttäuscht, ganz so mondän ist es dann doch nicht. Aber die kleinen, weissen Badehäuschen sind ganz hübsch anzusehen und der Ort ist eigentlich auch ganz nett.
Da wir heute waschen wollen fahren wir schon gegen 16 Uhr auf einen Campingplatz. Ja, sie haben Waschmaschinen – die beiden sind allerdings bereits besetzt. Wir haben ein Déjà-vu und erinnern uns an unsere Waschodyssee im 2015… Irgendwann ist endlich eine Maschine frei aber das Teil ist so dreckig und schimmlig, dass wir keine Lust haben sie zu verwenden. Waschen on the road ist MÜHSAM!
Zurück im Womo diskutieren wir, dass wir immer noch zu schnell unterwegs sind und zu wenig spontan reisen. Martina rechnet und wir glauben nur noch 5 1/2 Wochen Ferien zu haben. Wir möchten auf dem Rückweg noch nach Mön in Dänemarks Süden, über Rostock in die Müritz, Dresden anschauen und … und auch noch zwei Wochen nach Schweden. Mit den verbleibenden Wochen schaffen wir es aber höchstens für eine Woche nach Schweden um relaxed unterwegs zu sein – das tut uns in der Seele weh und wir verdrücken beide ein paar Tränen als wir merken, dass der Abstecher nach Schweden so nicht sinnvoll ist und wir besser via Dänemark nach Deutschland zurück fahren. Dabei hatten wir uns so auf Schweden gefreut… Dann zählen wir nochmals die verbleibenden Wochen und merken, dass die erste Rechnung falsch war und wir doch noch eine Woche länger Zeit haben – somit reicht es nun doch für Schweden und wir freuen uns ganz fest!

Am 7. August besuchen wir den Leuchtturm Rubjerg Knude der voraussichtlich bis im Jahr 2020 im Meer versinken wird. Der Turm ist zwar nur ein paar Kilometer von unserem Campingplatz entfernt wir finden ihn aber erst mit Hilfe von Google Maps. Wegweiser sehen wir keine, beim ersten Parkplatz springen wir raus und gehen los. Der Weg ist zuerst nicht schlecht, irgendwann aber schlicht unbegehbar und wir gehen mal in einer Schafkoppel, mal irgendwo durch die Dünen, dann durch stachliges Gebüsch und zum Ende klettern wir im Sand mühsam die letzten Meter empor. Dann sehen wir den im Sand versunkenen Leuchturm der bereits bedrohlich nahe am Abgrund steht. Im Turm wurde eine neue Treppe aus Metall installiert damit man ihn sicher besteigen kann.

Die Trümmer des Leuchtturmhauses liegen um den Turm verteilt herum. Es sieht ein bisschen wie im Krieg aus.

In Tversted stärken wir uns, baden die Füsse im Meer und fahren Richtung Skagen. Kurz vor Skagen gehen wir noch zur versandeten Kirche, eine Kirche die seit Ende des 18. Jahrhunderts im Sand versinkt.

Hat uns aber nicht so beeindruckt und wir fahren nach einem kurzen Spaziergang weiter nach Skagen. Wir bummeln ohne Finja durch die Fussgängerzone. Diese Nacht wollen wir wieder freistehen und fahren ans Meer in die Dünen und stehen auf einem schönen Platz nahe am Meer. Das Lyset over Skagen ist wirklich von besonderer Qualität und taucht alles in einen warmen Ton ein!

Am nächsten Tag fahren wir nach Grenen und gehen die 1.5 Kilometer bis zum Punkt wo sich die Nord- und Ostsee vereinigen. Ein eindrückliches Schauspiel. Finja ist nicht dabei da einer der Ranger hier gesagt hat, dass es viele Kreuzottern hat in den Gebüschen in den Dünen und wir mit dem Hund aufpassen sollen. Um Nachhinein wäre es aber kein Problem gewesen, da die Abschnitte mit Gebüschen kurz sind und man hauptsächlich am Strand entlang geht.

In Rabjerg Mile, einer grossen Wanderdüne, essen wir zu Mittag nachdem Roger über sämtliche Hügel geklettert ist.

Dann fahren wir nach Fredrikshavn auf einen Stellplatz in der Nähe des Fährhafens von wo aus wir morgen nach Göteburg in Schweden übersetzen werden. Wir schauen uns kurz die Stadt an und schaffen es am Abend tatsächlich beim dritten Anlauf zu waschen nur trocknet die Wäsche natürlich nicht mehr bevor wir ins Bett gehen und wir haben eine „Wöschhänki“ durch das ganze Womo.

Am 9. August um 8.15 Uhr legt die Fähre ab nach Göteborg.

Dänemark hat uns besser als erwartet gefallen – wir kannten es bis jetzt ja auch nur von der Durchreise nach Schweden. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, die Leute sehr freundlich aber unsere Traumdestination ist immer noch Schweden.


